Die Kostenformel für einen abgeschlossenen Trade.
Rechne zuerst alle tatsächlich belasteten Kommissionen und Börsen- oder Clearinggebühren für Entry und Exit zusammen. Addiere anschließend den Ausführungsnachteil gegenüber einem vorher festgelegten Referenzpreis. Erst dieses Ergebnis wird vom Brutto-P&L abgezogen.
Für einen Round Turn lautet die praktische Struktur: explizite Entry-Kosten + explizite Exit-Kosten + Entry-Slippage + Exit-Slippage. Plattform-, Daten- oder Abonnementkosten können zusätzlich auf Monats- oder Trade-Ebene ausgewiesen werden, sollten aber nicht unbemerkt mit transaktionsabhängigen Gebühren vermischt werden.
Gebühren, Spread und Slippage sind nicht dasselbe.
Kommissionen und Börsengebühren erscheinen gewöhnlich als konkrete Buchungen. Der Bid-Ask-Spread ist die Differenz zwischen bestem Kauf- und Verkaufspreis. Slippage beschreibt dagegen, wie weit deine tatsächliche Ausführung von einem sinnvollen Referenzpreis abweicht.
Wer einen Market-Entry mit dem Mid-Price zum Entscheidungszeitpunkt vergleicht, erfasst im Ausführungsnachteil bereits den Effekt des Spreads und eventuell zusätzlicher Marktbewegung. Den vollen Spread danach noch einmal abzuziehen wäre eine Doppelzählung. Entscheidend ist eine konsistente Referenz, nicht möglichst viele Kostenlabels.
| Größe | Messung | Typischer Datenort | Häufiger Fehler |
|---|---|---|---|
| Kommission/Gebühr | Tatsächlich belasteter Betrag | Broker-Statement oder Fill-Daten | Nur Entry statt Round Turn zählen |
| Spread | Best Ask minus Best Bid | Orderbuch zum Referenzzeitpunkt | Zusätzlich zur bereits gemessenen Slippage abziehen |
| Slippage | Fill minus Referenz, richtungsbereinigt | Order- und Tickdaten | Mit allgemeiner Marktbewegung verwechseln |
| Fixkosten | Monatlicher Rechnungsbetrag | Broker- oder Datenanbieterrechnung | Als Gebühr je Fill doppelt verteilen |
Ein einfaches Beispiel zeigt, wann eine Edge verschwindet.
Angenommen, 100 abgeschlossene Trades erzeugen zusammen 1.000 US-Dollar Brutto-P&L. Die expliziten Round-Turn-Kosten liegen im Beispiel bei 2,20 US-Dollar je Trade, der gemessene Ausführungsnachteil im Mittel bei 1,80 US-Dollar. Die Gesamtkosten betragen 400 US-Dollar; übrig bleiben 600 US-Dollar Netto-P&L.
Hätte dieselbe Stichprobe nur 300 US-Dollar brutto verdient, wäre sie nach identischen Kosten mit 100 US-Dollar im Minus. Die Zahlen sind bewusst nur ein Rechenbeispiel, keine aktuellen Brokerpreise. Der Punkt ist: Je kleiner der durchschnittliche Bruttovorteil pro Trade und je höher der Turnover, desto empfindlicher reagiert das Ergebnis auf Kosten.
Break-even-FrageWie viel muss ein Trade im Durchschnitt brutto verdienen, bevor Gebühren und realistische Ausführungskosten gedeckt sind?
Slippage braucht einen Referenzpreis, der vor dem Fill feststeht.
Für eine Kauforder ist nachteilige Slippage der Fill oberhalb des Referenzpreises; für eine Verkaufsorder liegt sie darunter. Die Preisdifferenz wird mit Punktwert und Kontraktzahl in Dollar umgerechnet. Bei mehreren Teilfills zählt der mengengewichtete Durchschnittspreis.
Als Referenz eignen sich je nach Fragestellung der Mid-Price bei Orderankunft, der ausgelöste Stop-Preis oder ein dokumentierter Entscheidungspreis. Wer die Referenz erst nach dem Trade auswählt, kann das Ergebnis beliebig schön oder schlecht rechnen. Ohne Order- und Marktdaten sollte das Journal offen sagen, dass echte Execution Slippage nicht rekonstruierbar ist.
- Referenzmethode vor der Auswertung festlegen.
- Entry und Exit getrennt messen.
- Teilfills mengengewichtet zusammenführen.
- Instrument, Session und Ordergröße mit speichern.
- Fehlende Orderbuchdaten nicht durch erfundene Präzision ersetzen.
Vergleiche Kosten in Ticks und als Anteil der Brutto-Edge.
Dollarwerte allein erschweren den Vergleich zwischen MES, MNQ, ES oder CL. Kosten in Ticks zeigen, wie viel Marktbewegung jede Ausführung zunächst zurückverdienen muss. Zusätzlich macht die Kostenquote sichtbar, welcher Anteil des Bruttoergebnisses verloren geht.
CME misst Liquidität unter anderem über Spread, Orderbuchtiefe und „Cost to Trade“ für eine feste Lotgröße. Das ist der wichtige Zusammenhang: Ausführungskosten hängen nicht nur vom Symbol ab, sondern auch von Tageszeit, Volatilität und Ordergröße. Ein Monatsmittel darf deshalb einen schwachen Zeitraum nicht verdecken.

Quellen und weiterführende Informationen
Gebührenmodelle unterscheiden sich nach Broker, Börse, Produkt und Tarif. Verwende für deine Rechnung ausschließlich das aktuelle Statement und eine dokumentierte Slippage-Methodik. Die Beispielkosten sind hypothetisch.