Ein Future ist immer ein bestimmter Kontrakt.
NQ, ES oder CL sind Produktfamilien. Tatsächlich gehandelt wird ein Kontrakt mit Verfallsmonat, beispielsweise NQZ6. Jeder Kontrakt besitzt ein eigenes Orderbuch, eigenes Volumen und einen eigenen Preis. Ein allgemeines Symbol ohne Monat ist deshalb keine handelbare Position.
Das ist für Reviews wichtig: Entry, Exit und Kerzen müssen zum selben Kontrakt gehören. Wer eine Ausführung aus dem September-Kontrakt auf Kerzen des Dezember-Kontrakts legt, kann scheinbare Abweichungen erzeugen, obwohl beide Datenquellen korrekt arbeiten.
Rollover und Verfall sind nicht dasselbe.
CME beschreibt den Rollover als Wechsel aus dem auslaufenden Kontrakt in einen späteren Monat. Trader beobachten dafür üblicherweise das Volumen beider Kontrakte. Der Verfall ist dagegen das Ende der Lebensdauer des einzelnen Kontrakts. Wer eine Position weder schließt noch rollt, gelangt je nach Produkt in Cash Settlement oder physische Lieferung.
Bei US-Aktienindex-Futures liegt der übliche Rolltermin laut CME am Montag vor dem dritten Freitag des Verfallsmonats. Nach diesem Termin gilt häufig der zweitnächste Quartalskontrakt als Lead Month. Das ist eine Konvention für Liquidität, keine technische Zwangsumschaltung deiner Plattform.
| Begriff | Was passiert? | Was der Trader prüfen muss |
|---|---|---|
| Rollover | Position oder Beobachtung wechselt in den Folgemonat | Volumen und Liquidität beider Kontrakte |
| Roll Date | Üblicher Marktwechsel zum neuen Lead Month | Produktspezifischen Kalender |
| Expiration | Der alte Kontrakt endet | Letzten Handelstag und Settlement-Regeln |
Warum ein Continuous Chart Sprünge glätten kann.
Eine Continuous-Serie hängt mehrere Kontrakte aneinander. Weil zwei Laufzeiten am Umschalttag nicht denselben Preis haben müssen, braucht der Datenanbieter eine Regel: unverändert verbinden, historische Werte anpassen oder Differenzen prozentual verrechnen. Unterschiedliche Methoden können unterschiedliche historische Levels erzeugen.
Für Marktstruktur und langfristige Orientierung ist ein Continuous Chart praktisch. Für die Frage, ob dein Stop, Entry oder Target tatsächlich berührt wurde, zählt dagegen der konkrete gehandelte Kontrakt mit unveränderten Intraday-Kerzen.
Die einfache RegelContinuous für Kontext. Der konkrete Kontrakt für Execution Review, Fill-Abgleich und bar-genaue Tests.
So vermeidest du falsche Backtest-Ergebnisse am Rolltermin.
Speichere für jeden Trade das vollständige Provider-Symbol und den Kontraktmonat. Lade anschließend Kerzen genau dieses Symbols für den Zeitraum zwischen Entry und Exit. Erst danach darfst du prüfen, ob ein alternatives Target oder ein Stop erreicht worden wäre.
Bei längeren Backtests muss die Rollregel vorab definiert sein. Eine Strategie, die auf einem rückwärtsadjustierten Chart getestet wird, kann Levels verwenden, die im damaligen Front Month anders lagen. Das macht den Test nicht automatisch wertlos, aber seine Methodik muss offengelegt werden.
- Provider-Symbol und normalisiertes Produkt getrennt speichern.
- Rolltermin nie allein aus dem Kalendermonat schätzen.
- Volumenwechsel und offiziellen Produktkalender prüfen.
- Execution Reviews nur mit dem tatsächlich gehandelten Kontrakt durchführen.
- Bei Continuous-Daten die Anpassungsmethode dokumentieren.
Eine Fünf-Punkte-Kontrolle vor jedem Quartalswechsel.
Prüfe den aktuellen Lead Month, vergleiche das Volumen mit dem Folgemonat, kontrolliere den letzten Handelstag, aktualisiere Watchlists und bestätige das Symbol in Broker, Chart und Journal. Bei Energie-, Metall- und Agrarfutures gelten andere Verfalls- und Lieferregeln als bei Aktienindizes.
Die wichtigste Lektion ist unspektakulär: Ein Symbol ist kein Detail. Es entscheidet, ob Chart, Ausführung und Backtest überhaupt dieselbe Marktbeobachtung beschreiben.
Quellen und weiterführende Informationen
Roll- und Verfallsregeln unterscheiden sich nach Produkt. Prüfe vor jeder Position die aktuelle offizielle Kontraktspezifikation und den Kalender der jeweiligen Börse.
